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24. August 2006:

Hilfeschrei aus Humboldt-Gremberg

Der Bürgerverein Humboldt-Gremberg ist mit einem Brief über die unhaltbaren Zustände im Veedel an die Kölner Zeitungen, pro Köln und andere politische Parteien an die Öffentlichkeit gegangen. In dem Schreiben verweist die organisierte Anwohnerschaft besonders auf die schlimme Situation rund um den „Junkiebund“ in der Taunusstraße. Desweiteren lädt der Bürgerverein alle Kommunalpolitiker zu einem Abendspaziergang in diesem Bereich ein. „Sie werden feststellen, was Humboldt in den letzten Jahren alles zu bieten hat: Zuhälter, Prostitution, Dealer, Junkies, Überfremdung, Asoziale, Alkoholiker.“

Humboldt-Gremberg ist leider ein Paradebeispiel für einen Stadtteil, der zu „kippen“ droht. Pro Köln hat in Anträgen und Anfragen schon lange darauf hingewiesen und zum Beispiel in einer Petition die sofortige Schließung des Ladenlokals des „Junkiebundes“ gefordert. Denn durch die offene Drogenszene rund um diese Einrichtung hat sich die Situation weiter verschärft. Während das Problempublikum ins Veedel strömt, ziehen immer mehr normale Bürger weg. Hinzu kommt ein hoher Ausländeranteil aus „bildungsfernen Schichten“, der Humboldt-Gremberg zu einem sozialen und ethnischen Brennpunkt werden läßt.

Völlig verständlich deshalb die Wut und Verzweiflung der Verantwortlichen des ortsansässigen Bürgervereins:

„Langsam haben wir das Gefühl, daß es den Politikern völlig egal ist, wie es der deutschen Bevölkerung geht. Es scheint, daß es nur noch wichtig ist, daß es den Zuwanderern gut geht. Auch Deutsche sind Menschen. Man hört doch bald an jeder Ecke von den ausländischen Mitbürgern – Deutschland ist schön – nur die Deutschen sind zuviel. Soweit ist es also schon gekommen. Das Faß ist schon sehr voll und läuft über …“

Von den offiziellen Verantwortlichen, von den Behörden und der Polizei fühlen sich die Anwohner im Stich gelassen, gerade auch im Hinblick auf die Situation rund um den „Junkiebund“:

„Ich persönlich habe mich in der letzten Woche mit meinem Mann in der Zeit von 22.00 bis 22.30 Uhr an den gegenüber liegenden Kinderspielplatz gestellt. Habe mich nur gefragt, was geht hier ab? Wo wohnst du eigentlich? Erschütternd, was hier vor Ort abgeht … Vor Jahren sind wir schon vorstellig geworden und haben gesagt, daß der Junkie-Verein die Problemgruppen anzieht und an einem falschen Standort ist gegenüber eines Kinderspielplatzes. Aber scheinbar verschließen gewisse Leute immer die Augen … Oder glauben Sie, daß die Betroffenen alle lügen?“

All diese Probleme würden dazu führen, daß immer mehr deutsche Bewohner aus Humboldt-Gremberg wegziehen. Die anderen, die nicht aufgeben wollen, ziehen andere Alternativen in Betracht: „Wie auch Sie sicher wissen, wählen immer mehr Menschen, weil sie ja von dieser Misere betroffen sind, pro Köln.“

In der Tat der einzige, politisch wirksame Hebel, mit dem die etablierten Parteien in Köln unter Druck gesetzt werden können. Nur wenn sie Angst davor haben, immer mehr Stimmen an die unliebsame Konkurrenz zu verlieren, werden sie reagieren. Dann werden auch schnell bisher „heilige Kühe“ geschlachtet und politische Tabus ihr Ende finden.

  

 
 
 

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