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5. September 2008:

Vandalismus greift in Köln um sich

In Köln erfährt öffentliches Eigentum auf unterschiedlichen Ebenen eine erschreckende Geringschätzung. Im großen vergeuden verantwortungslose Politiker unser Steuergeld, im kleinen zerstören Randalierer und Farbschmierer Papierkörbe und Statuen, Mauerwerk und Grünanlagen. Seit neuestem stehen auch christliche Symbole im Fokus des Interesses der Randalierer. So wurde die Figur des Hl. Ambrosius vor dem St.-Agatha-Krankenhaus in Niehl vom Sockel gestoßen und geköpft, zeitgleich wurde im Krankenhaus ein Holzkreuz zertrümmert. Das sei eine „bewußte Schändung christlicher Symbole“, beklagt Chefarzt Gunther Quinkler, der zudem feststellt, die Zerstörungen würden „über den Rahmen des üblichen hinausgehen“ und seien „mehr als nur ein Schabernack“.

Davon kann auch das Grünflächenamt ein Lied singen. Jede fünfte (!) im Frühjahr und im Herbst neu gepflanzte Blume wird aus Kölner Grünanlagen gestohlen. Bei bestimmten, dynamisch auftretenden jungen Männern scheint es „in“ zu sein, das Blumengeschenk für die Angebetete nicht langweilig im Laden einzukaufen, sondern bei Nacht und Nebel aus öffentlichen Anlagen auszugraben.

Papierkörbe zur Aufstellung in Köln werden nur noch in den stabilsten Varianten angeschafft. Manche Besäufnisorgie im studentischen oder im asozialen Milieu wird mit der Zerstörung eines oder mehrerer Papierkörbe abgerundet. Manchmal müssen sogar Bänke in den Grünanlagen dran glauben. Nichts ist unzerstörbar – also wird munter kaputtgeschlagen, was immer sich als Ziel für überschießende Aggressionen gerade anbietet.

Köln scheint die rheinische Hauptstadt der Graffiti-Schmierereien zu sein. Die Initiativen der Fraktion pro Köln gegen diese Variante von Sachbeschädigungen füllen mittlerweile mehrere Aktenordner.

Bei der Stadtverwaltung werden jetzt Stimmen laut, die fordern, den Rheinpark – wie in den 80er Jahren – nachts wieder zu schließen. Grund: Im Park aufgestellte Bronzeskulpturen wurden mit Farbe beschmiert oder umgestürzt, Mauern mit Graffitis verunstaltet, Papierkörbe aus der Verankerung gerissen und in die Brunnen geworfen, die Blumenbete umgepflügt, kleinere Bäume entwurzelt. Nachts sollen im Rheinpark Technoparties gefeiert worden sein. Mit benebeltem Kopf und im Schutze der Dunkelheit ist es dann für manche Jungmannen offenbar unvermeidbar, ihre Kraft aggressiv und mit zerstörerischen Konsequenzen zur Schau zu stellen.

Die Fraktion pro Köln bereitet für die Ratssitzung am 25. September 2009 einen Antrag für eine Initiative vor, die darauf abzielt, dem Vandalismus in Köln mit einer konzertierten Aktion entgegen zu treten. Dazu erklärt Fraktionsgeschäftsführer Manfred Rouhs: „Sachbeschädigungs-Delikte müssen von Polizei und Justiz konsequent verfolgt werden. Derzeit haben Kleinkriminelle, die öffentliches Eigentum zerstören, gute Chancen, vor Gericht mit einer milden Ermahnung davon zu kommen. Das ermuntert nicht gerade zur Gesetzestreue. Die Stadt Köln muß endlich die Initiative ergreifen und für mehr Sauberkeit, Sicherheit und Respekt vor öffentlichen Gütern in die Offensive gehen!“
 

 
 
 

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