Vandalismus greift in Köln um sich
In Köln erfährt öffentliches Eigentum auf
unterschiedlichen Ebenen eine erschreckende Geringschätzung. Im großen
vergeuden verantwortungslose Politiker unser Steuergeld, im kleinen zerstören
Randalierer und Farbschmierer Papierkörbe und Statuen, Mauerwerk und
Grünanlagen. Seit neuestem stehen auch christliche Symbole im Fokus des
Interesses der Randalierer. So wurde die Figur des Hl. Ambrosius vor dem
St.-Agatha-Krankenhaus in Niehl vom Sockel gestoßen und geköpft, zeitgleich
wurde im Krankenhaus ein Holzkreuz zertrümmert. Das sei eine „bewußte Schändung
christlicher Symbole“, beklagt Chefarzt Gunther Quinkler, der zudem feststellt,
die Zerstörungen würden „über den Rahmen des üblichen hinausgehen“ und seien
„mehr als nur ein Schabernack“.
Davon kann auch das Grünflächenamt ein Lied
singen. Jede fünfte (!) im Frühjahr und im Herbst neu gepflanzte Blume wird aus
Kölner Grünanlagen gestohlen. Bei bestimmten, dynamisch auftretenden jungen
Männern scheint es „in“ zu sein, das Blumengeschenk für die Angebetete nicht
langweilig im Laden einzukaufen, sondern bei Nacht und Nebel aus öffentlichen
Anlagen auszugraben.
Papierkörbe zur Aufstellung in Köln werden
nur noch in den stabilsten Varianten angeschafft. Manche Besäufnisorgie im
studentischen oder im asozialen Milieu wird mit der Zerstörung eines oder
mehrerer Papierkörbe abgerundet. Manchmal müssen sogar Bänke in den Grünanlagen
dran glauben. Nichts ist unzerstörbar – also wird munter kaputtgeschlagen, was
immer sich als Ziel für überschießende Aggressionen gerade anbietet.
Köln scheint die rheinische Hauptstadt der
Graffiti-Schmierereien zu sein. Die Initiativen der Fraktion pro Köln gegen
diese Variante von Sachbeschädigungen füllen mittlerweile mehrere Aktenordner.
Bei der Stadtverwaltung werden jetzt Stimmen
laut, die fordern, den Rheinpark – wie in den 80er Jahren – nachts wieder zu
schließen. Grund: Im Park aufgestellte Bronzeskulpturen wurden mit Farbe
beschmiert oder umgestürzt, Mauern mit Graffitis verunstaltet, Papierkörbe aus
der Verankerung gerissen und in die Brunnen geworfen, die Blumenbete umgepflügt,
kleinere Bäume entwurzelt. Nachts sollen im Rheinpark Technoparties gefeiert
worden sein. Mit benebeltem Kopf und im Schutze der Dunkelheit ist es dann für
manche Jungmannen offenbar unvermeidbar, ihre Kraft aggressiv und mit
zerstörerischen Konsequenzen zur Schau zu stellen.
Die Fraktion pro Köln bereitet für die
Ratssitzung am 25. September 2009 einen Antrag für eine Initiative vor, die
darauf abzielt, dem Vandalismus in Köln mit einer konzertierten Aktion entgegen
zu treten. Dazu erklärt Fraktionsgeschäftsführer Manfred Rouhs:
„Sachbeschädigungs-Delikte müssen von Polizei und Justiz konsequent verfolgt
werden. Derzeit haben Kleinkriminelle, die öffentliches Eigentum zerstören, gute
Chancen, vor Gericht mit einer milden Ermahnung davon zu kommen. Das ermuntert
nicht gerade zur Gesetzestreue. Die Stadt Köln muß endlich die Initiative
ergreifen und für mehr Sauberkeit, Sicherheit und Respekt vor öffentlichen
Gütern in die Offensive gehen!“