Köln aktuell / Montag, 12.Juli.2010

Archäologische Zone: Konzeptlosigkeit ist herrschendes Prinzip

Bereits seit fast zwei Jahren finden auf dem Rathausvorplatz wieder Ausgrabungen statt. Das Ergebnis dieser Ausgrabungen soll dauerhaft sichtbar bleiben, nur fehlt es wie bei kommunalen Bauprojekten in Köln üblich, an einem tragfähigen Konzept. Die rot-grüne Stadtregierung wollte besonders schlau sein und verknüpfte die dauerhafte Zugänglichmachung der Archäologischen Zone mit dem Neubau eines jüdischen Museums auf dem Rathausvorplatz.

Denn für ein solches Bauprojekt gibt es Fördermittel von Land, Bund und der Europäischen Union. Schließlich gilt es, ein Kostenvolumen von geschätzten 48 Millionen Euro allein für den Bau zu finanzieren und das ist in Anbetracht der städtischen Haushaltslage mit Kölner Geldmitteln nicht zu realisieren. Die vorgetäuschte „Cleverness“ der Roters-Truppe stieß aber sehr schnell an die Grenzen der Realität. Nach wie vor ist nicht geklärt, wer die Archäologische Zone und das Jüdische Museum betreiben und damit auch die Kosten des laufenden Betriebs tragen soll.

Pro-Köln-Stadtrat Jörg Uckermann

Nun hat der Einzelkämpfer der sogenannten “Freien Wähler Köln” für die morgige Ratssitzung einen Antrag gestellt, den Beschluss des Rates zum Neubau eines jüdischen Museums für vier Jahre auszusetzen, die Archäologische Zone aber unabhängig davon fertig zu stellen. Damit nimmt die sich so gern unabhängig gebende Wählervereinigung die Argumentation auf, welche von der Fraktion pro Köln in der Debatte schon von Anfang an als einziger Fraktion vertreten wurde: Jüdisches Museum ja, aber nicht ohne  ein schlüssiges Konzept auf dem erhaltenswerten Rathausvorplatz.

Zu der nun im Stadtrat erneut zu führenden Debatte um den Neubau eines jüdischen Museums auf dem Rathausvorplatz erklärt der pro-Köln-Ratsherr Jörg Uckermann: „Die Errichtung eines jüdischen Museums auf dem Rathausvorplatz steht mit der Archäologischen Zone in keiner Beziehung. Deshalb wäre es weitaus sinnvoller, einen Alternativstandort zu suchen, auf dem genügend Platz ist, ein Gebäude in angemessener Größe für ein jüdisches Museum zu realisieren. Vielleicht wäre für den Entwurf auch ein Architekt wie Daniel Libeskind zu gewinnen. Das von ihm in Berlin gestaltete Museum setzt hier Maßstäbe.

Völlig unabhängig von einem jüdischen Museum ist aber ein dauerhafter Zugang zur Archäologischen Zone sicherzustellen. Die Ausgrabung einfach wieder zuzuschütten, das kann nicht Sinn und Zweck des Ganzen sein. Dieser Zugang wäre mit relativ geringem finanziellen Aufwand zu realisieren und würde den Kölner Etat nicht über Gebühr belasten. Für ein jüdisches Museum  an einem anderen Standort ließen sich bei einem ansprechenden Entwurf dann sicherlich auch finanzkräftige Partner jenseits des Steuerzahlers finden.“

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