Mobilitätszentrum Nippes: Klüngel trifft Konsens
Aus den Veedeln / Dienstag, 15.September.2015

Mobilitätszentrum Nippes: Klüngel trifft Konsens

Ein Antrag der CDU zur letzten Bezirksvertretungssitzung in Nippes  lässt zwischen den Zeilen gelesen nur den Schluss zu: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Es geht um ein “Mobilitätszentrum” für Nippes - natürlich auf Kosten der Allgemeinheit. Weg vom PKW-Individualverkehr, hin zum kollektiven Autotausch, neudeutsch “Carsharing”.  Wörtlich heißt es im CDU-Antrag:

“Hierbei soll es sich um eine zentrale Anlaufstelle handeln, in dem alle Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen örtlich konzentriert ihr Angebot vermarkten können (z.B. KVB, Car-Sharing-Anbieter, Autovermietungen, Fahrradwerkstätten oder auch Reisebüros).”

Alle Altparteien waren natürlich begeistert, nur PRO KÖLN stimmte dagegen.

Michael Gabel

Michael Gabel

Der PRO-KÖLN-Vorsitzende und Nippeser Bezirksvertreter Michael Gabel erklärt warum:

“Beim Auto sollen wir also weg vom Individualverkehr hin zur Tauschbörse. Oder selbst bei Regenwetter das Fahrrad benutzen. Ganz zu schweigen von der U-Bahn, die vor allem damit auffällt, dass in der Kurve Hansaring-Ebertplatz einem die Ohren vom Gequietsche abfallen. Und wir können beim Einsteigen lustiges Spießrutenlaufen spielen, denn so manche Tür ist bei mancher Bahn defekt.

Viel wichtiger als eine funktionierende Bahn ohne Tinnitus ist aber anscheinend, dass wir bei der KVB Fahrräder ausleihen können, die dann am ehemaligen Tivoli Park unter der Mülheimer Brücke herumstehen oder in der Pampa an der Etzelstraße. Wo zum Teufel liegt die Etzelstraße? Wie man dort hinkommt? Alles eine Frage des Management (zu Fuß), des Geldes (Taxi) oder des Parteibuches (Dienstwagen mit Chauffeur).

Und dann wären wir beim Nippes Tower und einem Laden, der seit Jahren leer steht. Obwohl Nippes boomt und an der Neusser Straße ein Laden nach dem anderen aufmacht, fristet ein ehemaliges Teppichgeschäft im Untergeschoß des Nippes Tower seinen Dornröschenschlaf. Kein Prinz Döner, Handy oder Burger küsst den Laden wach.

Alles schön und bunt angedacht von der Politik und wenn sie nicht gestorben sind, zahlt die Stadt noch heute die Miete für das Mobilitätszentrum. Leider saß die böse Fee PRO KÖLN mit in der Bezirksvertretung und hörte den weisen Worten der CDU zu und las, wie böse Feen so sind, zwischen den Zeilen: Die Zeiten der freien Marktwirtschaft sind schon lange vorbei. Auch bei Mutti wird geplant und alle Bürger müssen dafür zahlen, ob sie so einen Laden brauchen oder nicht. Was beim Staatsfernsehen schon üblich ist, wird nun auch anderweitig eingeführt: Nach Demokratieabgabe die Mobilitätsabgabe. Um es in der Kölschen Variante zu sagen: Man kennt sich, man hilft sich. Für den Bürger übersetzt: Yes, we pay. Klüngel trifft Konsens.

Aber es gibt noch Hoffnung: PRO KÖLN stimmte gegen den Antrag.”

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